
KUEHN MALVEZZI VERSUS HOLZER KOBLER:”AUSSTELLUNGSGESTALTUNG VERSUS MUSEUMSSZENOGRAFIE“
Öffentliche Diskussion in der Reihe “Scenographies”
Donnerstag, 27.05.2010, 19 Uhr
Szeno-Studio der ZHdK, Ausstellungsstrasse 100, 8005 Zürich
Seit einigen Jahren feiert der Szenografie-Begriff in der Museumslandschaft große Erfolge – und erntet gleichzeitig deutlichen Widerspruch. So hat der renommierte Schweizer Architekturhistoriker Stanislaus von Moos im Rahmen der Diskussionen um die neuen Ausstellungsarchitekturen im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich vehement Position bezogen: Es sei eine „fragwürdige Entwicklung“, wenn Museen den Beistand von Szenografen suchten und dabei, wie im Falle des Schweizer Landesmuseums, ein „surrealistisches Salatbukett (…) architektonischer Zappelfiguren“ entsteht. Wieviel Inszenierung verträgt eine Ausstellung? Die Ausstellungs-Architekten des Schweizerischen Landesmuseums, Barbara Holzer und Tristan Kobler vom Büro Holzer Kobler (Zürich) diskutieren diese Frage mit Wilfried Kuehn vom Berliner Büro Kuehn Malvezzi, das in den letzten Jahren vor allem durch raffiniert zurückhaltende Ausstellungsarchitekturen von sich reden machte. Es moderiert Stephan Trüby.
Die Referenten:
Barbara Holzer (dipl. Arch. ETH/SIA) arbeitete bis zur Gründung ihres eigenen Büros d-case 1999 freischaffend in den Bereichen Architektur und Ausstellungsgestaltung. Sie war mehrere Jahre für das Studio Daniel Libeskind als Projektleiterin für internationale Projekte mit Schwerpunkt Museumsbauten und Ausstellungen tätig. Sie realisierte unter anderem das Felix Nussbaum Haus in Osnabrück, das Jüdische Museum in San Francisco und die Ausstellung Berlin/Moskau in Berlin und leitete das Grossprojekt Westside, ein Einkaufs- und Freizeitzentrum in Bern. Innerhalb von Holzer Kobler Architekturen ist Barbara Holzer insbesondere mit dem Gesamtmanagement, mit Projektentwicklungen und der Steuerung verschiedener Architektur- und Ausstellungsprojekte betraut. Barbara Holzer ist Professorin an der Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf.
Tristan Kobler (dipl. Arch. ETH) hat rund 70 Ausstellungen als Architekt, Kurator und Szenograf im kulturellen und kommerziellen Umfeld entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Alle Projekte entstanden in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten, Wissenschaftlern, Künstlern und den Kunden, viele davon am Museum für Gestaltung Zürich in Zusammenarbeit mit Martin Heller. Seit 1996 ist er als Architekt und freier Kurator selbständig tätig. Ab 1999 führte er das Büro Morphing Systems, das mit zahlreichen Kultur- und Ausstellungsprojekten in der Schweiz und im Ausland auf sich aufmerksam gemacht hat. Tristan Kobler ist Professor an der Ecole cantonal d’art de Lausanne (ECAL) .
Wilfried Kuehn ist Professor für Ausstellungsgestaltung und Kuratorische Praxis an Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er studierte Architektur in Mailand und Lissabon und gründete 2001 mit Johannes Kuehn und Simona Malvezzi die Architektenpartnerschaft Kuehn Malvezzi, Berlin. Kuehn Malvezzi realisierte die Ausstellungsarchitektur der Documenta 11 (Umbau Binding Brauerei), die Erweiterung des Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof, Berlin für die Friedrich Christian Flick Collection, das Foyer sowie Leit- und Informationssystem der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Vorplatz, Eingangsbereich und Bibliothek der Berlinischen Galerie, die Architektur der Ausstellungen „Die Visionen des Arnold Schönberg“ (Schirn Kunsthalle), „Intro Tool“ (Kunstraum Innsbruck), „Kraftflächen“ (Wien Museum), „Traumfabrik Kommunismus“ (Schirn Kunsthalle), „Belgrad Art Inc“ (Wiener Secession), „Michel Majerus Pop Reloaded“ (Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof), „Die Nackte Wahrheit“ (Schirn Kunsthalle), „Matisse“ (K20 Düsseldorf), „Kult-Bild“ (Städel Museum Frankfurt), „Rodin Beuys“ (Schirn Kunsthalle), „Wiener Linien“ (Wien Museum), „I like America“ (Schirn Kunsthalle)


